Realistische Fliesen in Blender
2Fliesenboden mit Bumpmaps
Inhalt:
Ein realistischer Fliesenboden: Die Antwort auf die Lösung dieses Problems in Blender führte bereits viele Besucher auf meine Seite (laut Google Analytics). Im Blender Workshop gehe ich auch genau auf diese Frage ein. Doch in diesem Extra-Tutorial möchte ich mich noch differenzierter mit der Erstellung realistischer Fliesen befassen.
Anforderungen
- Grundkenntnisse in Blender
- Blender Version 2.48a
Erstellen der Oberfläche
Die für den Fliesenboden benötigte Grundfläche entsteht im Handumdrehen per Add » Mesh » Plane. Nach dem Skalieren mit S is der Modellierungsteil auch schon abgeschlossen.
Die Kamera kann nun bereits auf die erzeugte Ebene ausgerichtet werden.
Was ist mit fliesentypischen Unebenheiten?
Im vorherigen Absatz habe ich gesagt, dass die Modellierungsarbeit nach dem Erstellen einer simplen Ebene bereits abgeschlossen ist: und es stimmt! Sämtliche Unebenheiten in der Oberflächenstruktur der Fliesen sowie das Herausmodellieren der Fugen zwischen den Einzelfliesen überlassen wir komplett Blender. Ich nutze hierzu eine Bumpmap. Vorteil: Man spart nicht nur eine Unmenge an (unnötigen) Polygonen ein, sondern auch eine Menge Zeit!
Die Textur
Zugegebenermaßen: Es gibt wesentlich schönere Fliesentexturen im Netz, doch zu Demonstrationszwecken soll uns diese graue Variante genügen. Ich werde versuchen, ihr im weiteren Verlauf dieses Tutorials zu neuem Glanz zu verhelfen. Die Textur kann man hier in voller Größe herunterladen.
Erstellen der Bumpmap
Die Bumpmap lässt sich schnell und einfach mit einem beliebigen Bildbearbeitungsprogramm wie Gimp oder Photoshop aus der Originaltextur erstellen. Die Bumpmap benötigt hervorgehobene Kanten, um im späteren Bild den gewünschten Tiefeneffekt erzeugen zu können. Hierzu muss man im Bild „Konturen finden” wie es beispielsweise in Photoshop heißt. Bietet das vorhandene Bildbearbeitungsprogramm diese Funktion nicht, kann man auch einfach das Bild in Graustufen umwandeln. Wie genau eine Bumpmap funktioniert, kann man im Workshop nachlesen.
Meine erstellte Bumpmap kann man hier herunterladen.
Texturieren der Fliesen
Nachdem man der Ebene ein Material zugewiesen hat (unter den Material Buttons unter Shading F5) benötigt die Fliesen-Illusion zwei verschiedene Texturen (Texture-Buttons F6).
Der Texture-Type ist jeweils „Image”. In die eine Textur wird die Fliesentextur geladen, in die andere die zugehörige Bumpmap.
Zurück in den Material Buttons (Roter Kreis) muss nun mit der ausgewählten Bumpmap-Textur unter „Map To” von Col auf Nor umgestellt werden. Somit beeinflusst diese Textur nicht mehr die Farbe der Fliesen, sondern lediglich die Oberflächenstruktur. Der zugehörige Schieberegler „Nor” regelt die Stärke des Bumpmap-Effektes. Sehr hohe Werte sorgen schnell für einen unrealistischen Look. Gerade für Asphaltflächen oder andere extrem rauhe Oberflächen sind höhere Nor-Werte jedoch von entscheidender Bedeutung. Ich habe mich für den Wert 0.46 entschieden.
Nun sind die Shader-Einstellungen an der Reihe: Ein wenig Probieren schadet hier nie, um die verschiedenen Regler und Schalter kennen zu lernen.
Beleuchtung
Gerade bei Bumpmaps spielt die richtige Beleuchtung eine zentrale Rolle, da nur durch Licht die Bumpmap ihre vermeindliche Dreidimensionalität entfalten kann. Um der Beleuchtung ein wenig entgegenzukommen habe ich die Oberfläche bereits ein wenig Licht emittieren lassen, und sie ziemlich stark spiegelnd eingestellt. Ich habe das Standardlicht der Szene noch zentral über der Ebene ausgerichtet und bin so mit dem Ergebnis bereits recht zufrieden.
Dieses Tutorial wurde verfasst von Martin Reithmayer.
Das Tutorial ist am 23.08.2009 um 17:26 Uhr veröffentlicht worden und
wurde bislang 2 mal kommentiert.
Tags: Texturen und Materialien
Der Billigflieger am 09.02.2010 um 14:01 Uhr
Interessant! Ist so etwas auch in Typo3 zu integrieren? Ich bräuchte so etwas für bestimmte Designs im statischen Teil meiner Website..
Gruß, Uwe
Lizzard: Blender dient der Erstellung dreidimensionaler Objekte - diese können danach entweder in best. 3D-Formaten exportiert werden, oder aber auch in Grafiken verschiedenster Typen umgewandelt werden. Und als Grafik lässt sich das erstellte 3D-Objekt natürlich dann auch prima auf allen Websites nutzen. Das rote Einmerker-Fähnchen am linken Rand dieses Beitrags wurde auch in Blender erstellt und anschließend als Grafik konvertiert in das Design integriert.
Schon seit vielen Jahren beschäftige ich mich aktiv mit Webgestaltung und der Arbeit unter Linux. Dieser Blog dient mir als
Sprachrohr, meine Erfahrungen und Eindrücke aus verschiedensten Bereichen rund um den Computer an interessierte Anwender weiterzugeben.
Robert am 23.08.2009 um 23:58 Uhr
Find das Tutorial echt geil. Hammer, dass sowas mit Blender anscheinend so einfach funktioniert. Nun bin ich auch am überlegen, mir Blender zuzulegen. hehe
Hoff dir gehts gut. Mail dir eh mal wieder. :-)
Greetz