4 Wege seine Emailadresse gegen Spam zu schützen
8Eine Sammlung verschiedener Möglichkeiten
Inhalt:
Der Schutz der eigenen Emailadresse wird in Zeiten wachsenden Spams immer wichtiger. Allerdings ist es oft unvermeidlich, seine Emailadresse preis zu geben. Dieser Artikel richtet sich an alle Webentwickler die nach Möglichkeiten suchen ihre Emailadresse effektiv vor Spambots zu schützen, ohne dass es ein normaler Benutzer merkt.
Ziel
Ziel dieses Artikels soll es sein, verschiedenste Möglichkeiten des Emailadressen-Schutzes zu analysieren und gegeinandner abzuwägen.
1. Bild statt Text
Diese Methode ist altbekannt. Mittlerweile sehe ich die Wirksamkeit allerdings stark beeinträchtigt, seit Bots in der Lage sind selbst besonders unleserliche Captchas zu knacken. Text aus Bildern ist lange nicht mehr so „unlesbar” wie noch vor einigen Jahren.
Diese Methode ist zudem relativ unflexibel, da bei Änderungen an Schriftgröße, -typ oder -farbe auch sämtliche Grafiken mit versteckten Emailadressen neu erstellt werden müssen. Korrekt angewandt ist diese Methode für Leser allerdings nicht mehr von Fließtext zu unterscheiden. Besonders geeignet sind Formate wie .gif und .png dank deren Farbtreue.
Um diese Variante des Emailadressen-Schutzes wieder sicherer zu machen, empfehle ich das verwenden mehrerer Grafiken für eine Emailadresse. So kann ein Spambot mit dem aus einer Grafik ausgelesenem Text nichts anfangen, da er lediglich einen Teil einer Mailadresse enthält. Per CSS-Positionierung werden die Grafiken dann auf der Website wieder in Position gebracht.
Die „mailto:”-Funktionalität verliert man leider mit dieser Methode zur Gänze. Auch Blinden benutzern wird das Erfassen der Mailadresse erschwert. Hier kann ein gut gewählter Alt-Tag allerdings den kompletten Funktionsverlust verhindern.
2. Kryptische Schreibweisen
Oft findet man im Internet interessante Schreibweisen, um Emailadressen vor einer Flut an Spam zu bewahren. So wird man teilweise damit konfrontiert, eine Emailadresse an „name<AT>domain<DOT>de” zu schicken, oder gar an „Name Klammeraffe Domain Punkt Com”. Diese Variante scheint zwar sicher, doch lässt sie sämtlichen Konfort des Webs hinter sich. Auch denke ich, dass Bots bereits in der Lage sind einfache, kryptische Verfremdungen der Emailadresse zu erkennen. Auch können weniger versierte Nutzer des WWW diese Schreibvarianten ebenso wenig Entschlüsseln wie ihre maschinellen Kollegen. Ganz zu schweigen von dem Kauderwelsch den ein Screenreader beim Vorlesen einer solchen Emailadresse wohl ausgeben mag.
3. Ausgabe per Javascript
Ich bin kein Anhänger dieser Methode, doch der Vollständigkeit halber sei sie hier erwähnt. Da Spambots derzeit noch nicht in der Lage sind Javascript zu interpretieren (ebenso wie CSS) liegt es nahe, die Emailadresse per JS auf die Seite ausgeben zu lassen. Besucher ohne aktiviertes Javascript gehen dabei allerdings genauso wie die Bots leer aus.
Vorteil hingegen ist, dass man die Emailadresse wie gewohnt direkt auf das Mailprogramm des Benutzers verlinken kann (mailto:).
<script type="text/javascript"> var text1 = "name"; var text2 = "adresse"; var gesamt = text1 + "@" + text2 + ".de"; document.write( "<a href=\"mailto:" + gesamt + "\">" + gesamt + "</a>" ); </script>
Es gibt ein Script basierend auf dieser Methode, das den Schutz der Mailadresse garantieren soll. Es bietet die „mailto:”-Funktionalität und hat sogar einen (optionalen) Captcha-Schutz integriert. Zu finden ist es unter http://w2.syronex.com/jmr/safemailto/de/.
4. ASCII-Codes zur „Verschlüsselung”
Auch wenn meines Erachtens Spambots mittlerweile in der Lage sein müssten ASCII-Code zu dekodieren, so schützt diese einfache und schnelle Variante doch vor gröbstem Spam. Zudem bleibt die „mailto:”-Funktionalität erhalten und es ergeben sich keine weiteren Barrieren oder Einschränkungen.
Einen simplen ASCII-Generator findet man unter www.townblog.de/tools/email-codieren.htm
name@do main.de
Dieses kryptische Wirrwarr hat mit einer Emailadresse nicht mehr viel gemein.
Fazit
Rein vom Wirkungsgrad her sehe ich die Methode Text in Grafiken zu verstecken als die wirksamste an. Gerade wenn man mehrere Grafiken verwendet lassen sich Spambots effektiv ausgrenzen. Allerdings ist diese Variante auch sehr unflexibel und für Benutzer von Screenreadern nahezu vollständig unbenutzbar.
Ich empfehle als endgültige Lösung einer Mischung verschiedener Varianten. So ließe sich beispielsweise die Javascript-Methode durch ASCII-Codes weiter verfremden. Mit einer entsprechenden Alternativlösung für javascriptlose Benutzer (Stichwort: noscript) kann daraus ein effektiver Spamschutz entstehen.
Allerdings birgt das Veröffentlichen der Emailadresse im Netz immer ein Restrisiko, daher empfehle ich generell nicht zu viel Vertrauen in diese Methoden zu legen.
Für Interessierte gibt es einen (englischen) Artikel der sich noch weitergehend mit dieser Thematik befasst auf A List Apart. Dieser Artikel erläutert vor allem programmiertechnische Lösungsansätze sowohl server- als auch browserseitig.
Dieser Artikel wurde verfasst von Martin Reithmayer.
Der Artikel ist am 13.11.2007 um 17:04 Uhr veröffentlicht worden und
wurde bislang 8 mal kommentiert.
Tags: Tipps und Tricks
Felix am 05.12.2007 um 12:36 Uhr
Huch, ich sehe gerade, dass dein RSS-Feed scheinbar noch nicht geht bzw. eingebunden ist. Schade...
Lizzard am 08.12.2007 um 18:03 Uhr
Hi Felix,
danke für deinen Kommentar, Kerning und Antialiasing sind natürlich ein Problem, allerdings sollte die Methode trotz des Alters erwähnt werden (der Vollständigkeit halber) und gerade durch die Methode mit zerschnittenen Grafiken ist die Methode doch als relativ sicher anzusehen.
Ja der RSS-Feed ist noch nicht aktiv ;) Eine der vielen Baustellen die es im Moment noch gibt, leider!
eatofid am 05.01.2008 um 00:17 Uhr
hey Lizzard,
ich find dein tutorial echt super.
Nicht nur weil es gut geschrieben ist, sondern weil ich auch wieder 2-3 neue Infos, welche mir noch fremd waren, erhaschen konnte. :-)
Mfg eatofid
http://eatofid.piranho.de
Josi am 05.01.2008 um 11:28 Uhr
Hey ist echt gut geworden das Tutorial ;)
wie eatofid schon sagte es stecken neue infos drin die wahrscheinlicj viele leute noch nicht kennen...
mfg josi
chris90night am 06.01.2008 um 12:17 Uhr
Hey Lizzard,
echt ein klasse Text. Nicht zu lang geraten, aber dennoch sehr informativ und interessant. =)
MfG, chris90night
gen am 06.01.2008 um 16:43 Uhr
Sehr schön geschriebener Text. Ich denke der vermittelt einen ersten Überblick über das Thema und dient auch zugleich als Liste zum Abhaken für die eigene SEO. Zudem lässt du auch geschickt durchklingen, dass Webseiten trotz des SEO-Hypes natürlich für Menschen gemacht werden und in erster Linie auch "menschenoptimiert" sein sollten. Leider ist ein kleiner witziger und interessanter Fehler im Artikel versteckt: Google ist nicht mal auf Seite 1 mit dem Suchwort "Suchmaschine" - Aber wer benutzt auch eine Suchmaschine um nach einer Suchmaschine zu suchen?
Viele Grüße,
gen
gen am 24.01.2008 um 17:13 Uhr
Hallo zusammen,
Ich hab hier noch einen interessanten Link zum Thema entdeckt:
http://www.marketing-boerse.de/Fachartikel/details/5-SEO-Tipps
Viele Grüße,
gen
Schon seit vielen Jahren beschäftige ich mich aktiv mit Webgestaltung und der Arbeit unter Linux. Dieser Blog dient mir als
Sprachrohr, meine Erfahrungen und Eindrücke aus verschiedensten Bereichen rund um den Computer an interessierte Anwender weiterzugeben.
Felix am 05.12.2007 um 12:33 Uhr
Hallo Martin,
die "Bild statt Text"-Methode ist meiner Ansicht nach total veraltet und unbrauchbar. Das Hauptproblem sind dabei das unterschiedliche Kerning der verschiedenen Browser und natürlich die unterschiedliche Schriftenglättung der Betriebssysteme. Ich benutze für meine Projekte eine Javascript-Lösung mit einer noscript-Weiche, in der ich dann eine Variante deiner angesprochenen "kryptischen Schreibweise" verwende.
Ansonsten fleißig weiter basteln, Artikel schreiben und Werbung machen. Ich habe deinen Feed jetzt mal in meinen RSS-Reader geschmissen.
Ach ja: Also ich muss ja mal ganz ehrlich sagen, die Seite des Gymnasiums ist mal ganz schön in die Hose gegangen... :)
Ich habe jetzt auch ein Projekt auf Zope-Basis gehabt. Es ist wirklich eine längere Eingewöhnungsphase als bei anderen Systemen, aber dann flutscht es doch irgendwann.
Viel Spaß weiterhin beim webben,
Felix